Die „Lausitzer-Zeitung“ unterrichtet seit über 130 Jahren Alte Herren, Freunde und Gäste der Lusatia regelmäßig insbesondere über das Leben und Treiben der Aktiven und ihre Studienerfolge, die Hochschulverhältnisse, das Geschehen im Kösener SC-Verband sowie über Familie und Beruf der Alten Herren. Auf Anregung des aktiven Corps 1886 zunächst als jährlicher, zwei Semester umfassender Bericht herausgegeben, erscheint sie seit 1911 als aktuelles Nachrichtenblatt vier- bis sechsmal jährlich. Die äußere Aufmachung wechselte entsprechend der fortschreitenden graphischen Entwicklung. Das 1913 eingeweihte Völkerschlachtdenkmal, ein markantes Wahrzeichen Leipzigs, ziert in der von einem Aktiven 1960 gestalteten Form als „Kopf“ die Titelseite. Den Schwerpunkt der Berichterstattung bildet seit jeher das aktive Corps. Nach dem Zeitungsstatut von 1911 wird daher als Schriftleiter stets ein erfahrener Aktiver, Inaktiver oder mit dem aktiven Corps besonders verbundener, möglichst ortsansässiger Alter Herr eingesetzt.
Aus den Nachrichten des Wintersemesters 2009/10
Auf dem Festkommers seines 202. Stiftungsfestes am 10. Oktober 2009 gedachte das Corps der großen Leipziger Montagsdemonstration vor 20 Jahren (9.10.1989), die als Signal der politischen Wende in der DDR das Ende der Spaltung Deutschlands eingeleitet hatte. Im Mittelpunkt des Festkommerses stand die Würdigung des 600-jährigen Bestehens der Universität Leipzig. Über zwei Drittel gemeinsamer Geschichte verbindet das Corps Lusatia mit seiner Alma mater. Aus diesem Anlaß hielt ein Vertreter der Universität die Festrede. Professor Dr. Bernd-Rüdiger Kern, Ordinarius an der Juristenfakultät, sprach über „Die Leipziger Universitätsgerichtsbarkeit im 19. Jahrhundert“. Dabei kamen auch Einzelheiten aus der Geschichte des Corps Lusatia zur Sprache, denn viele Gerichtsverfahren betrafen die damals amtlich als strafbare „Duelle“ eingestuften studentischen Mensuren. Traditionsgemäß beschloß der „feierliche Landesvater“ den Festkommers.